Die Edelstein-Trilogie: Wie gut ist die Verfilmung gelungen?

Es gibt mal wieder ein neues Format! Und ich sag es vorweg: Ich bin definitiv kein großer Filmexperte. Also so gar nicht. Also so: Hat-noch-nicht-mal-Harry-Potter-Herr-der-Ringe-oder Star-Wars-gesehen-Level. Aber: Wenn Bücher verfilmt werden, wird’s interessant. Da kann man ja auch mal zu schreiben und schauen, wie es sich anfühlt. So krass! So innovativ!

Zurück geht das Ganze auf die Verfilmung von Tribute von Panem – meine absolute Lieblingsbuchreihe. Da war ich hyped. Und natürlich wurde jede Abweichung mit Argusaugen betrachtet. Wenn man die Bücher inhaliert hat, fällt einem natürlich auf, wie viel Gedanken und Handlungsstränge ganz anders transportiert werden. Da ist die zehnseitige Gedankenreflexion aus dem Buch im Film plötzlich nur noch ein Blick in die Ferne. Ganz ehrlich: Wie soll man auch so viele Infos in rund 90 Minuten Film packen? Das richtig gut zu machen, halte ich für eine große Kunst. Bin manchmal echt begeistert, wie Regisseure und Schauspieler die Vorlagen dann mit Leben füllen. Das mal als Vorwort. Und jetzt wird abgenerdet!

Die Edelstein-Trilogie hab ich hier auf dem Blog schon ausführlich behandelt. Zu Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün gibt es jeweils eine Einzelrezension und dazu auch noch einen Beitrag zur gesamten Buchreihe. Schau gerne mal rein, wenn du magst.

Wenn du das Buch noch nicht gelesen hast, spring direkt zum Fazit. Ansonsten geht es jetzt ans Eingemachte!

Die Rahmenhandlung bleibt im Vergleich zu den Büchern zunächst unverändert, daher spare ich mir größere Zusammenfassungen. Spätestens mit dem dritten Teil weichen die konkreten Handlungsstränge dann aber doch ziemlich voneinander ab: Whitman übernimmt früher die Macht in der Gegenwart, Gideon wird nicht unsterblich, Giordano fehlt, von der Tante hört man auch kaum was, Schulgeist James spielt eine wichtigere Rolle, der Doktor und sein Geistersohn dafür weniger, Gwen bekommt vor dem abgewandelten Showdown noch eine ganze Kampfausbildung und so weiter… Ich glaube, da gibt es deutlich besser recherchierte Zusammenfassungen, als ich hier bieten kann. Fazit: Es gibt Unterschiede.



Bonusfrage: Erst Film oder erst Buch? Für mich so eindeutig wie „erst Müsli, dann Milch“: Man kann beides machen, aber eines ist (vollkommen objektiv gesehen) einfach besser. Zuerst Buch, dann Film. Andersrum wird die Welt und die Charaktere mir dann schon zu sehr vorgegeben. Wo bleibt denn da die Fantasie? Finde das bei Charakterkarten, Illustrationen oder Coverbildern manchmal schon zu viel. Fairerweise sei angemerkt: Es soll Leute geben, die können sich das nicht vorstellen. Da verstehe ich es noch halbwegs. Aber sonst ist es doch eindeutig… oder? Wie seht ihr es?


  • Ein paar liebgewonnene Sidecharaktere blieben auf der Strecke: Mir ist schon bewusst, dass nicht jeder Nebencharakter Platz in der Verfilmung hat. So hat sich die Riege der unsympathischen Charaktere sehr ausgedünnt. Der Fokus lag auf Charlotte, während Tante Glenda kaum und Giordano gar nicht vorkamen. Und selbst die konnte sich im Verlauf noch reinwaschen. Auch Dr. White und sein Sohn Robert hatten keinen größeren Auftritt und hätten eigentlich sogar ganz fehlen können.


Bewertung: 2.5 von 5.

Im Gesamtfazit würde ich den Filmen eher so ein „mittel“ geben. Fairerweise bin ich allerdings auch weit von der Zielgruppe entfernt. Der stärkere Fokus auf Action ist für einen Kinofilm sicher angebracht, hat dem Ganzen aber den Hauch Mystery/Knobelfaktor genommen. Und der hat mir bei den Büchern noch besonders gefallen. Das fand ich schade. Dazu haben es leider einige liebgewonnene Charaktere nicht (oder nicht so wie ich es erwartet habe) in die Verfilmung geschafft. Das Ende neu aufzuziehen war mutig. Vielleicht war es angesichts der Komplexität sogar notwendig. Für mich ist das Ganze somit leider nicht so gut gelungen, wie im Buch.

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