Feel-Good Productivity von Ali Abdaal

Jap, bei mir ist es mal wieder soweit: Die tote Zeit auf YouTube, Reddit und Konsorten nimmt Überhand. Das Energielevel: niedrig. Die Stimmung: unzufrieden. Also ging es auf in die Ratgeber-Ecke! Mal schauen, wie es funktioniert über ein Sachbuch zu schreiben…

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Mit der eben beschriebenen Unzufriedenheit ging’s in die Sachbuch-Rubrik der örtlichen (Online-)Bibliothek. Warum ich bei genau dem Titel gelandet bin? Keine Ahnung. Vielleicht war das Cover schön bunt.

Was ich jetzt erst beim Schreiben des Artikels gelernt hab: Ali ist mit Millionen von Followern auf YouTube unterwegs. Vermutlich kommt man normalerweise eher auf dem Weg zum Buch. Ich kann aber immerhin für mich beanspruchen komplett unvoreingenommen zu sein. Knallhartes investigativ-blogging. Dafür kennt (und liebt) man mich. Oder so.

Wenn du das Buch noch nicht gelesen hast, spring direkt zum Fazit. Ansonsten geht es jetzt ans Eingemachte!

Allgemein:
Ali Abdaal erklärt seine Gedanken rund um das Thema Produktivität. Auch er hat schon mehrere Schleifen bei dem Thema gedreht. Folglich berichtet er von eigenen praktischen Erfahrungen und wie er das Thema für sich reflektiert.

Inhalt/Tiefe:
Wenn man sich mit der eigenen Weiterentwicklung schon befasst hat, wird man von den meisten Themen schon mal gehört haben. Aber wie immer bei diesen Themen: Es tut gut, sich diese Themen vor Augen zu führen. Kniffe, die einem eigentlich gut tun, sind im Alltag vielleicht einfach verloren gegangen. Und vielleicht schafft es ja doch ein Konzept dauerhaft in den Alltag.

Und der „Feel-Good-Aspekt“?
Der zieht sich durch das ganze Buch und den sollte man sich tatsächlich zu Herzen nehmen: Viele Leistungen kann man durch knallharte Disziplin erbringen. Das braucht es auch manchmal. Nachhaltig glücklich oder gesund macht einen das noch lange nicht. Ziel der Übung ist also eine Nachhaltigkeit in der eigenen Produktivität zu finden. Auch mir hat es geholfen, das Positive in vielen Situationen zu finden… und tatsächlich – es gibt einem eine ganz andere Energie.

[Anmerkung: Normalerweise kommt an der Stelle der Abschnitt „Was bleibt in Erinnerung (+/-)“ mit Aspekten, die mir besonders gut oder schlecht gefallen haben. Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass ich bei Sachbüchern lieber meine Erkenntnisse festhalte.]

  • Scheitern mit Leib und Seele (aus dem Gedächtnis zitiert): Sobald man es einmal nicht schafft, sein Ziel zu erreichen, gibt man den ganzen Weg auf. Beispielsweise, wenn die Streak bei Duolingo abbricht. Ich fand den Ausdruck cool.
  • Disziplin heilt nicht immer alles: Habe ich auch erst kürzlich bei mir erlebt. Wenn es mal viel wurde, wurde das ganze immer noch durch noch mehr Workload kompensiert. Kurzfristig sicher mal eine Lösung. Natürlich ist es nicht so extrem wie bei Ali, der als Arzt im Klinik-Alltag vermutlich 96h pro Tag gebraucht hätte. Trotzdem eine gute Übung auch mal loszulassen.
  • Jeder mag Punkte: Eher ein Fun-Fact. Laut einer Studie sind Leute schon dann weniger motiviert, wenn sie fiktive, völlig unwichtige Punkte abgezogen bekommen. Dafür, dass du das nun weißt, bekommst du einen Bonuspunkt 🙂
  • 5-Minuten-Trick: Wenn man es mal nicht schafft, sich aufzuraffen, zumindest versuchen fünf Minuten zu machen. Wenn man es dann nicht fühlt, einfach abbrechen – völlig okay. Dieser Blog wäre ohne den Kniff vermutlich nicht entstanden. Oder hätte deutlich länger gedauert. Also ja: funktioniert!
  • App-Blocker: Manchmal finde ich es wirklich krass, wie professionell sich soziale Medien aufstellen, um um die Aufmerksamkeit der Menschen zu buhlen. Man könnte es sogar Manipulation nennen. Es ist natürlich nicht alles daran schlecht und wenn man es ganz genau nimmt, mache ich gerade natürlich nichts anderes. Es schadet aber nichts, sich die Kontrolle hier wieder zu holen. Zwar hatte ich einen Blocker, aber habe (teils unterbewusst) schon eine Umgehungslösung verinnerlicht gehabt. Der neue Blocker funktioniert aktuell aber noch gut.

Bewertung: 4 von 5.

Ich mochte die persönliche Note, die Ali Abdaal in die Themen hineingibt. Sei es durch eine Anekdote aus seiner WoW-Vergangenheit oder den Referenzen auf Reddit. Ich fühle ihn. Und mag dadurch den Schreibstil. Lebensverändernd hat es sich aber nicht angefühlt.

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