Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood, Buchcover

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood – Rezension

Wir unterbrechen die Throne of Glass-Reihe für ein kurzes Intermezzo. Nach der ganzen Aufregung, müssen wir uns ja auch erstmal sammeln für die nächsten Teile. Was soll ich sagen: Der Hype hat wieder zugeschlagen! Zu „Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe“ bzw. „The Love Hypothesis“ ist auf Amazon Prime nämlich erst jüngst die dazugehörige Verfilmung erschienen.

Es geht in die Welt der Wissenschaft! Hypothese: Wenn ein Buch gehypet und sogar verfilmt wird, gefällt es mir, auch, wenn es nicht unbedingt mein favorisiertes Genre ist. Schauen wir mal, ob wir die Hypothese bestätigen können oder ablehnen müssen. Auf geht’s in die Rezension der Liebeshypothese.

Es ist ja mittlerweile kein Geheimnis mehr, dass ich ein Fan davon bin, wenn es eine Verfilmung zum Buch gibt. Das alleine hätte vermutlich noch gar nicht gereicht, um in diese Art von Genre tiefer abzusteigen. Doch da gab es noch mehr. Nämlich eine hochmotivierte Freundin, die den Film sehr gerne schauen möchte. Passenderweise gab es gerade auch noch nichts, was man priorisiert schauen wollte. Und plötzlich steht man vor der Gretchenfrage: Schau ich den Film wirklich ohne das Buch zu lesen?! Bei aller Liebe geht das leider nicht. Es gibt nun mal Prinzipien. Auch nach langem Ringen konnte ich das einfach nicht ganz mit mir vereinbaren. Und jetzt lag das Buch zufällig auch noch in der Wohnung herum…

Wenn du das Buch noch nicht gelesen hast, spring direkt zum Fazit. Ansonsten geht es jetzt ans Eingemachte!

Olive ist eine liebenswerte, etwas verschrobene und ziemlich arme Doktorandin. Damit sich ihre beste Freundin endlich an ihren Ex ranmacht, täuscht sie eine Beziehung mit dem erstbesten Typen vor, der ihr über den Weg läuft. Was auch sonst? Klingt soweit ganz logisch. Der Glückliche ist Dr. Carlsen. Seines Zeichens (natürlich) der größte Arsch der Republik und (natürlich) trotzdem groß, gebräunt, gutaussehend, erfolgreich, smart und (natürlich) eigentlich ganz nett, wenn man ihn kennenlernt. Und er macht auch noch mit bei dem Fake-Dating. So läuft die Scharade immer weiter. Die Lügen werden immer größer, die Gefühle auch und zack: Dilemmata, wo man nur hinschaut. Einer der Profs stellt sich dann auch noch als tatsächlicher Arsch heraus (Stichwort: Machtmissbrauch / sexueller Missbrauch). Fast zerbricht die zarte Beziehung der beiden, doch am Ende löst sich das Ganze (natürlich) in Wohlgefallen auf.



  • Riesige Zaunpfähle und Lügen: Ich könnte jetzt wieder hart kritisieren, dass hier wirklich offensichtliche Zeichen übersehen wurden. Dass mangels Selbstvertrauen Andeutungen komplett falsch interpretiert wurden. Das ist im Buch doch ziemlich überzogen… oder? Naja. Wenn ich meine eigenen Erfahrungen so Revue passieren lasse, bin ich lieber ruhig. Da gibt es leider auch die berühmten Situationen, die einem dann erst sieben Jahre später klar werden. Kann man diskutieren. Ich meine, die sind alterstechnisch trotzdem schon um die 30.
  • Finanztipps: Will echt nicht der Typ sein. Trotzdem hab ich das Gefühl, dass sie nicht so extrem am Hungertuch nagen können, wie sie einem vermitteln wollen. Der Abstecher in den Starbucks ist dann trotzdem immer drin. Auch ohne die Einladungen von Adam kam das schon hin und wieder vor. Mein ja nur.
  • Emotionale Bevormundung: Olive erfährt, was für ein Arsch Tom ist. Tom ist einer der besten Freunde von Adam. Sie will nichts sagen, da sie ihm seinen Freund nicht schlecht reden will. Er ist ihm ja sehr wichtig. Und sie wiederum kennen sich ja auch nicht so lange. Solche Situationen sind sicherlich nicht immer eindeutig. Dazu hab ich mal einen Podcast (Sprechreiz – der Podcast ist appetitlicher als es klingt. Ich schwöre!) gehört, der hier eine sehr coole Auffassung vertreten hat und meinen moralischen Kompass nachhaltig geprägt hat: Hier nicht ehrlich zu sein, bevormundet die betroffene Person darin, wie sie sich fühlen soll. Man gibt ihr (aus sicherlich noblen Gründen) gar nicht die Gelegenheit, sich schlecht zu fühlen. Wie steht ihr dazu?


Bewertung: 2 von 5.

Joa, die Hypothese aus dem Intro muss leider abgelehnt werden. Trotz des Hypes ist das Buch nicht mein Fall. Einfach nicht mein Genre. Selbst schuld würde ich an der Stelle sagen. Aber ein guter Wissenschaftler muss nun mal Dinge ausprobieren, um Wissen zu gewinnen. Auch wenn ein paar schöne Szenen dabei waren: Ich würde das Buch mir selbst leider nicht empfehlen. Werden wir trotzdem nun auch den Film dazu schauen? Auf jeden Fall.

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